RIWA-Rijn ist ein Verband niederländischer Trinkwasserversorger, die Wasser aus dem Rhein für die Trinkwasseraufbereitung nutzen. Der Verband wurde gegründet, um die Wasserqualität des Rheins zu schützen und zu verbessern – mit dem Ziel, dass eine natürliche Aufbereitung ausreicht, um daraus einwandfreies Trinkwasser zu gewinnen.

RIWA-Rijn arbeitet mit deutschen, schweizerischen, österreichischen, liechtensteinischen und französischen Kollegen in der IAWR (Internationale Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet) zusammen. Der 1970 von RIWA, ARW (Arbeitsgemeinschaft Rhein-Wasserwerke) und AWBR (Arbeitsgemeinschaft Wasserwerke Bodensee-Rhein) gegründete Dachverband deckt das gesamte Rheineinzugsgebiet ab.
RIWA-Rijn veröffentlicht jährlich einen umfassenden Bericht zur Wasserqualität des Rheins. Dieser Bericht analysiert Messdaten und bewertet die Auswirkungen von Schadstoffen auf die Trinkwassergewinnung. Er enthält außerdem Empfehlungen für Politik und Wirtschaft zur Verbesserung der Wasserqualität. Der jüngste Bericht hebt das Vorkommen von Lithium und anderen Schadstoffen hervor und fordert strengere Vorschriften sowie internationale Zusammenarbeit, um den Rhein zu einer saubereren und sichereren Trinkwasserquelle zu machen.
Überblick über die Jahresberichte
Im September 2024 haben die in RIWA-Rijn zusammengeschlossenen niederländischen Trinkwasserversorger einen Brief an die deutsche Umweltministerin Steffi Lemke gesendet. Darin forderten sie, die Einleitung von PFAS-Verbindungen in den Rhein zu begrenzen. Diese Chemikalien sind gesundheitsgefährdend und schwer abbaubar. Ihre Einleitung erschwert die Produktion von sauberem Trinkwasser und erhöht die Kosten.
RIWA-Rijn betonte in dem Schreiben, dass Deutschland – gemeinsam mit den Niederlanden und weiteren Staaten – zu den Mitinitiatoren eines EU-weiten PFAS-Verbots gehört. Bis dieses Verbot in Kraft tritt, fordert RIWA-Rijn die Festlegung von Emissionsgrenzwerten für PFAS-Einleitungen, um die Trinkwasserressource für fünf Millionen niederländische Bürger zu schützen.
Im Jahr 2025 legten wir besonderes Augenmerk auf Lithium, da wir davon ausgingen, dass die Lithiummenge im Rhein deutlich ansteigen könnte, wenn die Gewinnung und Verarbeitung im Rheineinzugsgebiet für die Batterieproduktion erheblich zunimmt. Aus diesem Grund wandte sich RIWA-Rijn mit einem Schreiben an die Europäische Kommission und forderte die Festlegung eines Umweltgrenzwerts für Lithium im Rheinwasser.
Trinkwasser in Europa muss hohe Qualitätsstandards erfüllen. Daher ist es entscheidend, Oberflächenwasser präventiv zu schützen. Technische Aufbereitungsverfahren können nicht alle Verunreinigungen entfernen und können unter Umständen neue chemische Substanzen erzeugen. Deshalb strebt RIWA-Rijn an, möglichst wenige künstliche Stoffe im Flusswasser zuzulassen.
Als Oberflächengewässer gelten die Flüsse, alle oberirdischen Zuflüsse, die direkt oder indirekt in die Flüsse münden, die Randseen sowie das IJsselmeer.
Gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsgemeinschaft der Wasserwerke im Rheineinzugsgebiet (IAWR) macht sich RIWA-Rijn bei Politikern, Behörden und Entscheidungsträgern aus der Wasserwirtschaft und der Industrie für eine saubere Rheinquelle stark – im Namen seiner vier Mitglieder: Oasen, PWN, Vitens und Waternet.