4 April 2026

Eine Untersuchung der deutschen Plattform Correctiv zeigt, dass Industrieunternehmen entlang des Rheins chemische Stoffe einleiten, die häufig unzureichend bekannt oder erforscht sind. Dadurch entsteht ein wachsender blinder Fleck in der Wasserqualitätspolitik der Rheinanrainerstaaten.
Für RIWA-Rijn bestätigt die Untersuchung ein hartnäckiges Problem: Es gelingt bislang nicht ausreichend, den Rhein als Quelle für Trinkwasser für mehr als 5 Millionen Niederländer sauberer zu machen.
„Was wir mit neuen Messtechniken sehen, ist, dass die Verschmutzung komplexer wird, während unser Wissen über diese Stoffe hinterherhinkt. Diese unbekannten Stoffe stellen ein Risiko für die Trinkwasserversorgung dar“, sagt Gerard Stroomberg, Direktor von RIWA-Rijn. „Wenn wir erst handeln, sobald wir genau wissen, was sich im Wasser befindet, laufen wir den Entwicklungen hinterher. Das erfordert einen grundlegend anderen, vorsorgebasierten Ansatz. Mit generischen Maßnahmen lassen sich auch Einleitungen unbekannter Stoffe reduzieren.“
RIWA-Rijn fordert mehr Transparenz bei Einleitungen, strengere Grenzwerte und eine intensivere Überwachung neuer Stoffe.
Die Veröffentlichung hat inzwischen zu Anfragen im Deutschen Bundestag über die Auswirkungen industrieller Einleitungen auf die Wasserqualität des Rheins und die Folgen für die niederländische Trinkwasserversorgung geführt.
Für RIWA-Rijn unterstreicht dies die Dringlichkeit des Themas: Ein wirksamer Schutz des Rheins ist nur durch intensive internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Verantwortung aller Rheinanrainerstaaten möglich.