27 Mai 2026

Kontrastmittel, die in Krankenhäusern bei MRT-Untersuchungen verwendet werden, gelangen über die Kanalisation in Flüsse und Seen – und letztlich auch in Quellen für Trinkwasser. Das stellt Wasserunternehmen vor eine wachsende Herausforderung, da sich diese Stoffe mit den heutigen Aufbereitungstechniken nur schwer entfernen lassen. Das neue Forschungsprojekt CLEAR-water soll daran etwas ändern.
Im Rahmen des Projekts arbeiten das Leids Universitair Medisch Centrum, Philips und RIWA-Rijn gemeinsam an MRT-Techniken ohne Kontrastmittel. Die Forschung wird von NWO und der Topsector High Tech Systemen en Materialen finanziert.
Für viele MRT-Untersuchungen werden Kontrastmittel auf Gadolinium-Basis eingesetzt. Diese Stoffe machen beispielsweise die Durchblutung von Hirngewebe und Entzündungen sichtbar. Nach der Anwendung werden die Kontrastmittel über den Urin ausgeschieden und gelangen anschließend über die Kanalisation in Oberflächengewässer. Inzwischen wurden an mehreren Orten in den Niederlanden erhöhte Gadoliniumkonzentrationen festgestellt.
Für die Trinkwasserbranche ist das ein ernstzunehmendes Problem. Wasserunternehmen können diese Stoffe mit bestehenden Aufbereitungstechniken kaum entfernen. Deshalb verlagert sich der Fokus zunehmend auf die Vermeidung von Verschmutzung direkt an der Quelle.
Das Projekt CLEAR-water untersucht eine Alternative, bei der keine Kontrastmittel mehr notwendig sind. Dabei nutzen die Forschenden eine Technik namens arterial spin labelling (ASL). Anstatt eine externe Substanz zu injizieren, verwendet diese Methode das Wasser im Blut selbst als natürliches Kontrastmittel.
Das bietet mehrere Vorteile. Patientinnen und Patienten benötigen keinen intravenösen Zugang mehr und haben ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen. Gleichzeitig kann der Einsatz von Gadolinium deutlich reduziert werden, wodurch die Belastung von Flüssen wie dem Rhein sinkt.
Obwohl ASL bereits seit längerer Zeit existiert, wird die Technik bislang nur begrenzt eingesetzt. Die Bildqualität ist nicht immer ausreichend, und die Verarbeitung der Daten erfordert zusätzlichen Zeitaufwand und Fachwissen. Im Rahmen von CLEAR-water arbeiten die Forschenden daher an Verbesserungen sowohl bei der Bildaufnahme als auch bei der Datenverarbeitung. Ziel ist eine robuste Technik, die direkt nutzbare Bilder für den klinischen Alltag liefert.
Nach Ansicht der beteiligten Partner zeigt das Projekt, dass medizinische Innovation und der Schutz von Trinkwasserquellen Hand in Hand gehen können.