Dieser Jahresbericht von RIWA-Rijn gibt einen Überblick über die Wasserqualität des niederländischen Teils des Rheineinzugsgebiets im Jahr 2021. Darüber hinaus enthält der Bericht eine erste Bewertung der Umsetzung des 30-%-Reduktionsziels bei Lobith, beschreibt die Auswirkungen eines tragischen Unfalls in Leverkusen-Bürrig auf die Trinkwasserversorgung und widmet sich dem Thema Substances from Multiple Sources (SMS).

In Kapitel 1 dieses Jahresberichts werden die gemessenen Konzentrationen der Parameter an den Standorten Lobith, Nieuwegein, Nieuwersluis und Andijk dargestellt und mit den Zielwerten des European River Memorandum (ERM) verglichen. Zudem geben wir ein Update zur Entwicklung des erforderlichen Aufbereitungsniveaus (WRRL Art. 7.3) des Rheinwassers bei Lobith seit Einführung der Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000.
Die Rheinministerkonferenz vom 13. Februar 2020 setzte sich das Ziel, die Emissionen von Mikroschadstoffen aus kommunalem Abwasser, der Landwirtschaft und der Industrie bis 2040 um mindestens 30 % gegenüber dem Zeitraum 2016–2018 zu reduzieren. In Kapitel 2 wird die Erreichung dieses 30-%-Reduktionsziels auf Basis der Stofffrachten bei Lobith bewertet. Es vermittelt einen ersten Eindruck davon, welche Stoffe das Reduktionsziel voraussichtlich erreichen und für welche zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind.
Am 27. Juli 2021 ereignete sich ein tragischer Unfall in einem Abfallverarbeitungszentrum von CURRENTA in Leverkusen-Bürrig. Der anschließende Brand führte zu einer großen Menge Löschwasser, die nicht vollständig aufgefangen und behandelt werden konnte. In Kapitel 3 gehen wir auf die Auswirkungen dieses Unfalls auf die Trinkwasserversorgung im niederländischen Teil des Rheineinzugsgebiets ein.
Besondere Aufmerksamkeit widmen wir in diesem Jahr neuen Stoffen im RIWA-Rijn-Messprogramm bei Lobith, den Substances from Multiple Sources (SMS), sowie einem neuen, strengeren Grenzwert für Bromat im Oberflächenwasser, den das RIVM kürzlich festgelegt hat. Darüber hinaus betrachten wir erneut die Notwendigkeit, die Emissionen von Röntgenkontrastmitteln zu verringern, sowie die bestehenden Handlungsmöglichkeiten für medizinisches Fachpersonal in der klinischen Praxis.