Dieser Jahresbericht von RIWA-Rijn beschreibt die Wasserqualität des niederländischen Teils des Rheineinzugsgebiets im Jahr 2023 am Grenzübergang bei Lobith sowie an den Entnahmestellen in Nieuwegein, Nieuwersluis und Andijk. Wir vergleichen die gemessenen Werte mit den Zielwerten des European River Memorandum (ERM) und legen dabei einen besonderen Fokus auf die Stoffe, die diese Zielwerte überschreiten.
Darüber hinaus berichten wir über die Entwicklung des erforderlichen Aufbereitungsniveaus für die Trinkwasserproduktion (WRRL Art. 7.3) an diesen Standorten anhand des Aufbereitungsaufgaben-Index. Zusätzlich bewerten wir bei Lobith die Emissionsminderungen, die die Rheinministerkonferenz 2020 im Arbeitsprogramm 2040 der Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) festgelegt hat.

Inzwischen ist es bereits drei Jahre her, dass wir erstmals über die nahezu unbegrenzte Einleitung von PFAS in gereinigtem industriellem Abwasser im Rheineinzugsgebiet informiert wurden – und darauf aufmerksam gemacht haben. Ursache hierfür ist das Fehlen von Emissionsgrenzwerten für PFAS in Einleitungsgenehmigungen. Diese Praxis ist bemerkenswert, zumal in der novellierten Trinkwasserrichtlinie inzwischen Grenzwerte für eben diese PFAS festgelegt wurden – Grenzwerte, die vom RIVM als nicht ausreichend streng zum Schutz der Trinkwasserqualität angesehen werden.
Auch Lithium nehmen wir erneut unter die Lupe, unter anderem vor dem Hintergrund der Überschreitungen der indikativ festgelegten Umweltrisikogrenzen für Lithium im Oberflächenwasser des Rheins und seines Einzugsgebiets. Leider kommen wir auch in diesem Jahr zu dem Schluss, dass eine große Anzahl von Stoffen die ERM-Zielwerte überschreitet. Dadurch sind die Trinkwasserversorgungsunternehmen nicht in der Lage, mit einfachen, natürlichen Aufbereitungsverfahren sauberes und gesundes Trinkwasser zu erzeugen. Auch das Ziel von WRRL-Artikel 7.3 (Absenkung des erforderlichen Aufbereitungsniveaus) wird nicht erreicht.
Insbesondere beobachten wir eine Zunahme der Stofffrachten aus kommunalem Abwasser, wie etwa Arzneimittelrückständen. Dies steht im Widerspruch zum Reduktionsziel von 30 %, das von der Rheinministerkonferenz im Jahr 2020 formuliert wurde. Zur Verbesserung dieser Situation ist es notwendig, in industriellen Einleitungsgenehmigungen Emissionsgrenzwerte festzulegen, die die Trinkwasserfunktion des Flusses schützen. Zudem muss der Ausbau der Kläranlagen durch die Einführung einer vierten Reinigungsstufe zügig vorangetrieben werden.
Kürzlich haben wir unser Monitoring um die Non-Target-Screening-Methode (NTS) erweitert, mit der wir auch das Vorkommen bekannter und unbekannter Stoffe erfassen können. Das Waterlaboratorium Haarlem, das diese Untersuchungen für uns durchführt, erläutert in diesem Jahresbericht, wie dieses Verfahren in der Praxis funktioniert.