Der neue Jahresbericht 2025 von RIWA-Rijn gibt einen aktuellen Überblick über die Qualität des Rheins als Ressource für die Trinkwasserversorgung. Dabei betrachtet RIWA-Rijn nicht nur, welche Stoffe im Wasser gemessen werden, sondern vor allem auch, was notwendig ist, um Verunreinigungen bereits an der Quelle zu verhindern.

Im Jahr 2025 wurden die ERM-Zielwerte, anhand derer RIWA-Rijn die Wasserqualität bewertet, umfassend überarbeitet. Für mehr als 1.500 Stoffe und einige Stoffgruppen wurde erneut geprüft, welche Konzentrationen mit einer gut geschützten Trinkwasserressource vereinbar sind. Auf Grundlage dieser aktualisierten Zielwerte überschritten 86 gemessene Parameter im Jahr 2025 mindestens einmal den angestrebten Wert. Auch der Aufbereitungsaufwand zeigt, dass der für die Trinkwassergewinnung erforderliche Reinigungsaufwand bislang nicht strukturell zurückgeht.
Der Bericht befasst sich außerdem mit neuen und bestehenden Risiken für die Wasserqualität des Rheins. So bleiben die Entwicklungen rund um die Gewinnung, Verarbeitung und das Recycling von Lithium ein Anlass zur Sorge. Zudem wurde 2025 ein auffälliger Anstieg der PFBS-Einleitungen im Raum Leverkusen festgestellt. Diese Beispiele unterstreichen die Bedeutung einer guten Überwachung, transparenter Emissionsdaten und eines Genehmigungssystems, das mit neuen Erkenntnissen Schritt hält.
Darüber hinaus zeigt der Jahresbericht, wie neue Analysetechniken dazu beitragen können, Risiken früher zu erkennen, und wie Zusammenarbeit außerhalb des Wassersektors zu saubererem Wasser beitragen kann. Ein Beispiel dafür ist das CLEAR-water-Projekt zum Umgang mit gadoliniumhaltigen MRT-Kontrastmitteln.
Die zentrale Botschaft bleibt damit unverändert: Was nicht in den Rhein gelangt, muss später auch nicht wieder entfernt werden. Der Schutz des Rheins als Trinkwasserressource erfordert daher kontinuierliches Monitoring, eine gute Genehmigungspraxis und Zusammenarbeit im gesamten Einzugsgebiet.