RIWA: Strengere Anforderungen für persistente Substanzen festlegen

Während die Konzentration einiger unerwünschter Stoffe in der Umwelt abnimmt, werden sie durch neue Stoffe ersetzt. Selbst Stoffe, die seit einiger Zeit eingeschränkt sind, wie PFOS und PFOA, sind noch jahrelang in der Umwelt zu finden, da sie persistent sind. Diese sogenannten „forever chemicals“ haben in der Umwelt und den Trinkwasserquellen nichts zu suchen. Die Verbesserung der Wasserqualität wird daher in den nächsten Jahren erhebliche Anstrengungen erfordern. RIWA-Rijn fordert ein vollständiges Verbot von PFAS in Europa, da sie schlecht abbaubar sind und daher lange in der Umwelt verbleiben. Diese Stoffe setzen die Wasserqualität von Trinkwasserquellen unter Druck. Trinkwasserversorger liefern sicheres und zuverlässiges Wasser aus dem Wasserhahn. Heute müssen sie jedoch große Anstrengungen unternehmen, um das Trinkwasser aus dem Rhein nach allen strengen Anforderungen zu gewinnen. Industrielle Einleitungen von schwer zu entfernenden Stoffen, insbesondere rheinaufwärts, müssen durch strengere Einleitungsgenehmigungen reduziert werden.

Aufbereitungsaufgabe nicht abnehmend, WRRL-Ziel noch nicht erreicht

Die Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zielt unter anderem darauf ab, den Aufbereitungsaufgabe für die Gewinnung von Trinkwasser zu reduzieren. Der geforderte Aufbereitungsaufgabe des Rheinwassers ist immer noch höher als im Jahr 2000, als die Wasserrahmenrichtlinie eingeführt wurde. In den letzten 2 Jahren scheint eine leichte Verbesserung stattgefunden zu haben, aber dieser Zeitraum ist zu kurz, um als signifikante Reduzierung angesehen zu werden. Die niederländischen Trinkwasserwerke müssen viele verschiedene Schadstoffe aus dem Rheinwasser entfernen, um die gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Aufbereitungsaufgabe im Jahresbericht wurde ausgehend vom Jahr 2000, als die WRRL in Kraft trat, für den Zeitraum bis 2020 berechnet.

Berücksichtigen Sie die Wasserqualität des Rheins bei der Lithiumgewinnung

Es gibt fortgeschrittene Pläne für eine groß angelegte Lithiumgewinnung aus geothermischem Quellwasser in der Gegend zwischen Basel und Karlsruhe. Dies wirft die Frage nach den möglichen Auswirkungen auf die Wasserqualität des Rheins auf. Medienberichten zufolge würde die erwartete Menge an Lithium, die dort gefördert werden soll, ausreichen, um 400 Millionen Elektroautos zu betreiben. Ein indikativer Richtwert für Lithium im Trinkwasser, der vom KWR Wasserforschungsinstitut im Auftrag der RIWA-Rijn abgeleitet wurde, ist sehr niedrig. Dies ist zu erwarten, da Lithium auch als Medikament zur Behandlung von akuter Manie und Depression eingesetzt wird. Es ist klar, dass die Gewinnung, der Transport und die Verarbeitung von Lithium nicht zu höheren Lithiumkonzentrationen im Rhein führen dürfen.

70 Jahre Einsatz für einen sauberen Rhein

Am 15. Juni 1951 wurde die RIWA gegründet, um die niederländische Regierung hinsichtlich der Positionen in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins zu beraten. Wenn wir historisch zurückblicken, können wir feststellen, dass Ansichten, die von der RIWA in den frühen 1950er Jahren geäußert wurden, wie z.B. die Bedeutung der internationalen Zusammenarbeit bei der Bekämpfung der Wasserverschmutzung, heute in ganz Europa üblich geworden sind.

Weblinks:

Auch nach 70 Jahren RIWA bleibt der Schutz von Rhein und Maas wichtig

Am 15. Juni 2021 wird das Verband der Flusswasserwerke in den Niederlanden, RIWA, ihr 70-jähriges Bestehen erreichen. An diesem Tag im Jahr 1951 trafen sich zum ersten Mal die Direktoren von „vier großen Flusswassergesellschaften in den Niederlanden“. Ziel war es, „gemeinsam das Problem der Verschmutzung des Rheins zu studieren und die Regierung bei ihren weiteren Schritten zu beraten, um diesem Übel so weit wie möglich entgegenzuwirken.“ Der 70. Jahrestag des Schutzes des Rheins und später der Maas und der Schelde als Quellen für die Trinkwassergewinnung ist zwar kein Grund zum Feiern, aber eine Botschaft zum Nachdenken: Schadstoffe, die die Quellen für die Gewinnung von Trinkwasser bedrohen, müssen an der Quelle und international angegangen werden.

Es gibt immer wieder neue Herausforderungen

Die Wasserqualität der großen Flüsse hat sich in den letzten Jahrzehnten verbessert. Die RIWA, die vor siebzig Jahren gegründet wurde, hat einen wichtigen Beitrag zum Kampf für saubere Flüsse geleistet. Über 40 Prozent des niederländischen Trinkwassers wird aus dem Wasser von Rhein und Maas gewonnen. In Flandern wird etwa die Hälfte des Trinkwassers aus Flusswasser gewonnen. Die Wasserrahmenrichtlinie hätte die Krönung der Verbesserung der Wasserqualität sein sollen, aber die Erreichung dieser Ziele steht unter großem Druck. Zudem gelangen immer wieder neue Stoffe in die Flüsse, die sich bei der Aufbereitung von Trinkwasser als schwer entfernbar erweisen.

Nationale und internationale Zusammenarbeit

Während sich die RIWA zunächst auf umfangreiche Mess- und Analysearbeiten konzentrierte, entwickelte sie sich schnell zu einer effektiven Interessenvertretung der Flusswasserunternehmen, sowohl national als auch international. Das war schon immer die Stärke des Verbandes: die Verknüpfung von soliden Messdaten mit Forschung und Bewusstsein. Von den Phenolen und Pestiziden der fünfziger und sechziger Jahre bis zu den Arzneimittelrückständen und persistenten, mobilen und toxischen Substanzen (PMT-Stoffe) und schädlichen PFAS heute. Wie die Eröffnungssitzung zeigt, bestand der erste Ansatz darin, die niederländische Regierung bei der Einnahme einer Position in internationalen Diskussionen zu beraten. Inzwischen ist RIWA selbst ein aktiver Teilnehmer in den verschiedenen beratenden Foren der internationalen Flusskommissionen geworden. Im Laufe der Zeit ist die Partnerschaft von vier niederländischen Trinkwasserunternehmen auf sechs Unternehmen entlang der Maas und der Schelde, rund 120 entlang des Rheins und rund 170 in ganz Europa angewachsen.

Beginnend an der Quelle

RIWA konzentriert sich stark auf die Bekämpfung von Verunreinigungen an der Quelle, indem sie diese identifiziert und durch Kontakt mit Behörden und Herstellern diese Einleitungen saniert. Durch den Zugang zu und die Teilnahme an Genehmigungsanträge können Schadstoffeinleitungen reduziert und verhindert werden. Gemeinsam mit Flusswasserunternehmen in anderen europäischen Flussgebieten hat RIWA eine Strategie und Vision für die Aufbereitung von Trinkwasser aus Oberflächenwasser nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit, Vorsorge und Prävention entwickelt: das European River Memorandum. Aus Flusswasser, das diese Anforderungen an die Wasserqualität erfüllt, können die Wasserwerke Maas und Rhein Trinkwasser auf nachhaltige Weise und mit natürlichen Reinigungsmethoden aufbereiten.

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