Forschung: Besserer Schutz der Wasserqualität erforderlich

Die Aufsichtsbehörde für Umwelt und Verkehr (ILT) in den Niederlanden hat einen Signalbericht veröffentlicht, in dem sie einen besseren Schutz der Wasserqualität fordert. Darin wird argumentiert, dass Genehmigungen, Überwachung und Durchsetzung zu wenig Einfluss auf die Emissionen von Problemstoffen haben und die Wasserqualität nicht ausreichend verbessern.

Die Ergebnisse dieses Berichts überraschen uns nicht, RIWA-Rhein hat bereits im September letzten Jahres gezeigt, dass die Belastung des Rheins um den Faktor 4-5 über dem RIVM-Richtwert liegt. Kürzlich stellte das RIVM fest, dass die Verschmutzung des Rheins hauptsächlich flussaufwärts von Lobith stattfindet. Dies gilt im Allgemeinen für sehr viele Schadstoffe, aber auch für PFAS im Besonderen. RIWA-Rhein sucht aktiv nach den Einleitern und den beteiligten Behörden und spricht sie an. Wir stellen fest, dass es bei unseren östlichen Nachbarn noch viel Raum für Verbesserungen in Bezug auf Genehmigungen, Überwachung und Durchsetzung gibt. Wir haben dies kürzlich in der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins bekräftigt. RIWA-Rhein begrüßt die Initiative der niederländischen Regierung, ein generelles europäisches PFAS-Verbot anzustreben, aber bis es soweit ist, verdient die derzeitige Einleitungspraxis in Deutschland und insbesondere in Nordrhein-Westfalen unsere besondere Aufmerksamkeit.

 

PFAS: Eine Herausforderung für Wasserunternehmen

PFAS (Poly- und Perfluoralkylsubstanzen) stellen für Wasserunternehmen weltweit ein wachsendes Problem dar. Diese Stoffe sind für ihre wasser- und fettabweisenden Eigenschaften bekannt und werden in einer Vielzahl von Produkten verwendet, von Kochgeschirr bis zu wasserabweisender Kleidung. Doch ihre Langlebigkeit in der Umwelt und ihre potenziellen Gesundheitsrisiken machen sie zu einer Herausforderung für die Wasserqualität.  

Die britische Organisation CHEM Trust hat einen Artikel mit dem Titel The PFAS Challenge for Water Companies“ (Die PFAS-Herausforderung für Wasserversorger) veröffentlicht, in dem die Komplexität beschrieben wird, mit der Wasserversorger beim Umgang mit PFAS-Kontaminationen konfrontiert sind. Diese Stoffe werden in der Umwelt kaum abgebaut und können sich in Wasserquellen anreichern, was die Reinigung des Trinkwassers erschwert.

RIWA-Rijn setzt sich für den Schutz des Rheins als Trinkwasserquelle ein und ist sich der von PFAS ausgehenden Risiken bewusst. Durch genaue Überwachung und Analyse von Wasserqualitätsdaten behalten wir die Situation im Rhein weiterhin genau im Auge. Unsere Bemühungen konzentrieren sich auf die Identifizierung von PFAS-Hotspots und die Bewertung der Wirksamkeit von Behandlungsmaßnahmen.

Die Eindämmung der PFAS-Verschmutzung erfordert gemeinsame Anstrengungen von Politik, Industrie und Wasserunternehmen. Es ist unerlässlich, die Vorschriften zu verschärfen und die Verursacher für die Sanierung zur Verantwortung zu ziehen. Gleichzeitig sollten die Wasserversorger mit den notwendigen Technologien und Ressourcen unterstützt werden, um diese Stoffe wirksam aus dem Trinkwasser zu entfernen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel von CHEM Trust für eine eingehende Analyse der Herausforderungen, die PFAS für Wasserunternehmen darstellen: The PFAS Challenge for Water Companies

Das Interview mit Harrie Timmer, leitender politischer Berater von VEWIN, dem Verband aller Trinkwasserunternehmen in den Niederlanden, bietet wertvolle Einblicke und Empfehlungen, die auch für unsere Bemühungen bei RIWA-Rijn zur Sicherung der Wasserqualität von Bedeutung sind.

CHEM Trust ist eine britische Non-Profit-Organisation, die sich für den Schutz von Mensch und Umwelt vor schädlichen Chemikalien einsetzt. Die Organisation setzt sich für die Verringerung der Belastung durch giftige Chemikalien ein, und zwar durch Forschung, politische Lobbyarbeit und Aufklärung der Öffentlichkeit. CHEM Trust setzt sich für eine strengere Regulierung und bessere Kontrolle der Verwendung gefährlicher Stoffe in Produkten und industriellen Verfahren ein.